Der 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Er macht darauf aufmerksam, dass Suizidgedanken und Suizidversuche nicht nur die betroffene Person belasten. Auch Partnerinnen und Partner, Angehörige, Freundinnen und Freunde sind mitbetroffen. Besonders herausfordernd ist die Situation für Kinder und Jugendliche, wenn ein Elternteil Suizidgedanken hat oder einen Suizidversuch unternommen hat.
Kinder spüren meist, dass etwas nicht stimmt – auch wenn innerhalb der Familie nicht darüber gesprochen wird. Fehlen verständliche Erklärungen, suchen sie häufig nach eigenen Antworten. Dabei können Ängste, Schuldgefühle oder das Gefühl entstehen, für den Zustand des Elternteils mitverantwortlich zu sein. Manche Kinder ziehen sich zurück oder versuchen, besonders angepasst zu sein und Verantwortung zu übernehmen.
Offen und altersgerecht darüber sprechen
Kinder und Jugendliche brauchen Informationen, die ihrem Alter und ihrem Entwicklungsstand entsprechen. Ein offenes Gespräch kann ihnen helfen, die Situation besser einzuordnen. Besonders wichtig sind klare Botschaften:
- Du bist nicht schuld.
- Du bist nicht dafür verantwortlich, dass es deinem Elternteil wieder besser geht.
- Erwachsene und Fachpersonen kümmern sich um die notwendige Unterstützung.
- Du darfst Fragen stellen und über deine Gefühle sprechen.
- Auch du darfst dir Hilfe holen.
Erwachsene müssen dabei nicht auf jede Frage sofort eine Antwort wissen. Entscheidend ist, dass Kinder mit ihren Beobachtungen und Gefühlen ernst genommen werden und eine verlässliche Ansprechperson haben. Das können Angehörige, Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende oder Fachpersonen einer Beratungsstelle sein.
Ein Bilderbuch unterstützt Familien im Gespräch
Das Institut Kinderseele Schweiz (IKS) hat das Bilderbuch «ohne mich. Als Mama nicht mehr da sein wollte» veröffentlicht. Es erklärt Suizidalität auf kindgerechte Weise und bietet Familien eine Grundlage, um über eine schwierige und oft tabuisierte Situation ins Gespräch zu kommen.
Das Buch soll Kindern helfen, das Erlebte besser zu verstehen und ihre Gefühle und Fragen auszudrücken. Gleichzeitig unterstützt es Eltern und andere Bezugspersonen dabei, geeignete Worte zu finden. Es trägt damit zur Aufklärung, Sensibilisierung und Enttabuisierung von Suizidalität bei.
Das Kinderbuch kann im Onlineshop des Instituts Kinderseele Schweiz bestellt werden.

Unterstützung hilft der ganzen Familie
Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt ist oder Suizidgedanken hat, benötigt häufig die ganze Familie Unterstützung. Beratungsstellen können gemeinsam mit den Betroffenen klären, wie mit Kindern über die Situation gesprochen werden kann und welche Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Auch Kinder und Jugendliche sollen eine Anlaufstelle ausserhalb der Familie kennen, an die sie sich mit ihren Fragen und Sorgen wenden können. Frühzeitige Unterstützung kann dazu beitragen, Überforderung und Isolation zu verhindern und die Familie im Umgang mit der Krise zu stärken.
Niemand muss eine solche Situation allein bewältigen:
Jetzt Unterstützungs- und Beratungsangebote zum Thema Suizid finden (find help)
Im Notfall: Rufen Sie die Notrufnummer 144 an. Die Dargebotene Hand ist unter 143, die Beratung für Kinder und Jugendliche unter 147 rund um die Uhr erreichbar.
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